Über die Intentionen und die Fachlehrer-IG

Die Fachlehrer in Bayern

Fachlehrer gibt es in Bayern an den verschiedensten Schularten. Sie unterrichten die unterschiedlichsten Fächer an Grund-, Haupt- und Realschulen, an Gymnasien und Förderschulen sowie beruflichen Schulen. Trotz dieses umfangreichen Einsatzspektrums und der vielen unterrichteten Fächer gab es bisher keinen Ansprechpartner, an den sich ein Fachlehrer wenden kann und der sich ausschließlich mit den Belangen der Fachlehrerschaft auseinandersetzt. In den bestehenden Strukturen wird der Fachlehrer häufig als „Lehrer zweiter Klasse“ angesehen, obwohl der Arbeitseinsatz im Bereich der Fachlehrer sehr hoch ist und die Motivation für die Arbeit sowie der für die Schüler damit einhergehende Nutzen existenziell wichtig für das bayerische Schulsystem sind. Vor allem im Bereich des berufsvorbereitenden Unterrichts ist der Fachlehrer heutzutage nicht mehr wegzudenken.

Die Fachlehrer-IG

Die Fachlehrer-IG versteht sich als Interessenvertretung der bayerischen Fachlehrer aller Schularten und Fachrichtungen. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Belange der Fachlehrerschaft an den richtigen Stellen zum Ausdruck zu bringen. Wir wollen für die Fachlehrer eintreten und Missstände offen ansprechen.

Die Personen

Wir – die Fachlehrer-IG – sind ein Zusammenschluss von Fachlehrern, die über das Medium Internet zueinandergefunden haben. Wir sprechen über Wünsche und Sorgen, die auf unterschiedlichsten Wegen von Kollegen an uns herangetragen werden. Der Wunsch nach einer Interessenvertretung, die sich gezielt mit den Belangen der Fachlehrer auseinandersetzt, wurde in den letzten Jahren immer lauter, so dass wir uns vorgenommen haben, einen solchen Ansprechort zu schaffen.

Unsere Ziele

Unser vorrangiges Ziel ist es, die Interessen und Belange der Fachlehrer zur Sprache zu bringen. Wir wollen zeigen, mit welchen Schwierigkeiten ein bayerischer Fachlehrer auch außerhalb des „täglichen Unterrichts“ zu kämpfen hat. Dazu nehmen wir Kontakt zu den dienstlichen Stellen und auch den bestehenden Lehrerverbänden auf und werden wichtige Punkte ehrlich und offen ansprechen.

Fachlehrer und ihre Aufgabenbereiche

Wie bereits erwähnt gibt es Fachlehrer für unterschiedlichste Fachbereiche und Schularten. Fachlehrer an bayerischen Haupt- und Realschulen und den Wirtschaftsschulen gibt es für die Unterrichtsfächer Englisch, Handarbeit, Hauswirtschaft, Kunsterziehung, Kurzschrift, Sport, Technisches Zeichnen/CAD, Textiles Gestalten, Textverarbeitung, Werken, Informationstechnologie und Musik. An den bayerischen Berufsschulen werden weiträumige Fachbereiche durch den Einsatz von Fachlehrern unterschiedlichster Sparten abgedeckt.

Gerade wegen seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, vor allem aber wegen des EXPERTENwissens, das sich ein Fachlehrer während der Aus- und späteren Fortbildung aneignet, ist der Fachlehrer eine unentbehrliche FACHkraft im Gefüge des allgemeinbildenden Schulwesens. Zu seinen Aufgabenbereichen gehören neben dem Unterricht, der Planung und Vorbereitung desselben, Materialbeschaffung, -verwaltung und -abrechnung (für Fachlehrer, die in den praktischen Fächern unterrichten), Vorbereitung von schulischen und außerschulischen Veranstaltungen und vieles andere. Gerade in Fachlehrerkreisen ist es häufig nötig, sich weit über das „normale Unterrichtsmaß“ hinaus zu engagieren.

Die Erledigung weiterer Sonderaufgaben ist für viele Fachlehrer an ihren Schulen selbstverständlich. Fachlehrer für Sport beispielsweise planen und organisieren Skilager und Sportfreizeiten, Sportfeste und andere Aktivitäten. Fachlehrer im hauswirtschaftlichen Bereich dekorieren und gestalten Schulhäuser, betreiben teilweise richtige Catering-Services und sind verantwortlich für Rahmen und Bewirtung jeglicher Art öffentlichen Schulauftritts, seien es Schulfeste oder auch Fortbildungsveranstaltungen. Fachlehrer im kommunikationstechnischen Bereich verwalten schulische Rechnersysteme, betreuen Schülerzeitungen, helfen bei Verwaltungsarbeit und Stundenplanung. Sie unterstützen Schülerprojekte und die Einrichtung von Übungsräumen (Lernbüros, Internetcafés, etc.). Fachlehrer im werktechnischen Bereich bauen Kulissen für Theateraufführungen, sorgen für eine ansprechende Schulhausgestaltung und werden hin und wieder sogar zu hausmeisterlichen Tätigkeiten herangezogen, wenn gerade Not am Mann ist.

Die auffälligsten Unterschiede zwischen Fachlehrer und Lehrer sind, dass ein Fachlehrer in der Regel keine eigene Klasse führt und der Lehrer sowohl kürzere Arbeitszeiten hat als auch ein höheres Gehalt erhält. Wenn man den umfangreichen Planungs- und Beschaffungsaufwand gerade in den praktischen Fachbereichen betrachtet, bedeutet dies für einen Fachlehrer oftmals eine erschwerte Arbeitsbelastung. Dieser Umstand ist auch den Lehrerkollegen bekannt.

Zusätzlich zu diesem Umstand hat der Fachlehrer auch noch mit einer höheren Arbeitsbelastung zu kämpfen, da er meist an mehreren Schulen (oft in unterschiedlichen Orten) unterrichtet, sich in unterschiedliche Kollegien einbringen und sich an verschiedene Herangehensweisen der Kollegien gewöhnen muss. Und natürlich soll er für alle Schüler seiner Schulen ein gern gesehener und beliebter Ansprechpartner sein , mit dem man einmal „außerhalb des normalen Unterrichts“ über das eine oder andere Problem sprechen kann.

Arbeitszeiten und Gehälter

Der Fachlehrer an Mittelschulen hat ein Pflichtstundenmaß von 29 Unterrichtsstunden pro Woche zu absolvieren (1 Stunde mehr als ein MS-Lehrer). Hinzu kommen Zeiten für Unterrichtsplanung und -vorbereitung, Unterrichtsnachbereitung, Führen des amtlichen Schriftwesens, Eltern-, Kollegen- und Öffentlichkeitsarbeit, Vorbereitung von schulischen und außerschulischen Veranstaltungen, Materialbeschaffung, -verwaltung, -abrechnung, usw.

Auch an Wirtschafts- und Realschulen ist die wöchentliche Unterrichtspflichtzeit höher als bei den anderen Lehrkräften an diesen Schulen. Lediglich an Realschulen können Fachlehrer für das Fach Informationstechnologie eine Zusatzqualifikation erwerben, die das Stundenmaß um bis zu 4 Wochenstunden reduziert.

Ein Fachlehrer an allgemeinbildenden Schulen wird seine Laufbahn grundsätzlich mit der Einstufung in die Besoldungsgruppe A10 des bayerischen Beamtenbesoldungssystems beginnen. Später hat der Fachlehrer die Möglichkeit ein sog. Beförderungsamt A11 als Fachoberlehrer zu erhalten. Fachlehrer die als hauptverantwortlicher Systembetreuer eingesetzt sind und Fachlehrer an Berufsschulen haben in Einzelfällen die Möglichkeit in die Besoldungsstufe A12 aufzusteigen.

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